Komische Oper an der Behrenstraße: Theatertradition mit jahrhundertealten Wurzeln

Äußerlich erinnert die Komische Oper an der Behrenstraße, parallel zum Boulevard Unter den Linden, fast an eine Galerie aus weißen Kuben – doch das Innere ist ganz anders. Der ansprechende Zuschauerraum im Stil des Neobarocks, der aus dem Jahr 1882 stammt, ist der ideale Ort für kreative Inszenierungen, die die Zuschauer in die magische Welt der Oper entführen. Mehr über die Entstehung der Komischen Oper erfahren Sie auf berlintrend.eu.

Oper. Operette. Musical.

Die Komische Oper hat eine lange Theatertradition, die Jahrhunderte zurückreicht. Als das rekonstruierte Opernhaus 1947 unter dem Namen Komische Oper wiedereröffnet wurde, widmete sich der Generaldirektor Walter Felsenstein der Idee, Inszenierungen zu schaffen, bei denen Musik und Handlung auf der Bühne gleichberechtigte Partner waren. Der aktuelle künstlerische Leiter Barrie Kosky bewahrt und erneuert dieses historische Erbe. Mit einem innovativen Ansatz interpretiert er diese Tradition des Musiktheaters neu – von barocken Opern über spritzige Operetten bis hin zum vermeintlich „leichten“ Genre der Musicals.

Barrie Kosky hat zudem Elemente des Vorkriegsprogramms wiederbelebt und Werke jüdischer Komponisten, die vom NS-Regime verboten wurden, neu entdeckt und inszeniert. Dank dieser Vielfalt ist die Komische Oper heute ein Anziehungspunkt für ein internationales Publikum. Während früher ausschließlich deutschsprachige Werke gezeigt wurden, gehört die Komische Oper nun zu den führenden Theatern mit integrierten Übersetzungsdisplays an jedem Sitzplatz. Diese Displays mit individuellen Steuerungselementen sind mit einer Blendfolie ausgestattet, um andere Zuschauer nicht zu stören. Übersetzungen sind in Englisch, Französisch, Deutsch und Türkisch verfügbar.

Die Geschichte des Theaters

Das erste Theater an der Behrenstraße wurde im 17. Jahrhundert eröffnet und zeigte vor allem Operetten und Singspiele, eine Form deutschsprachiger musikalischer Dramen. 1898 wurde das Theater renoviert und in „Metropol-Theater“ umbenannt. Es wurde zu einem legendären Ort für beliebte jährliche satirische Revuen. Nach dem Ersten Weltkrieg konzentrierte sich das Repertoire auf Operetten.

Während des NS-Regimes wurde jüdischen Künstlern und Musikern die Arbeit im Theater verboten. Aufgrund der zunehmenden Bombenangriffe wurde das Opernhaus gegen Ende des Zweiten Weltkriegs dauerhaft geschlossen. Gleichzeitig wurden das Foyer und der Eingangsbereich schwer beschädigt. In den 1960er Jahren gestaltete der Architekt Kunz Nierade die Vorderfront des Gebäudes um und schuf ein modernes Theater. Der Hauptsaal mit 1190 Sitzplätzen blieb weitgehend unversehrt und steht heute unter Denkmalschutz.

Renommierte Auszeichnungen

Seit 2012 hat der australische Theater- und Opernregisseur Barrie Kosky mit seiner Leidenschaft und Erfahrung das Profil der Komischen Oper geschärft. Er verfügt nicht nur über ein Talent, zu Unrecht vergessene oder weniger bekannte Werke zu inszenieren, sondern bringt auch beliebte Werke in die moderne Ära. Die spielerischen Elemente, die er 2012 in seiner Inszenierung von Mozarts „Zauberflöte“ einführte, einschließlich animierter Grafiken und viel Liebe zum Detail, führten zu einer Inszenierung, die zugleich Teil des festen Repertoires ist und weltweit auf Tournee geht.Neben seinem Enthusiasmus, die traditionellen Grenzen von Oper, Operette und Musical zu erweitern, ist die Komische Oper auch für ihre hohen Qualitätsstandards bekannt. Diese Hingabe an Perfektion wurde belohnt: 2013 wurde das Haus vom einflussreichen Magazin Opernwelt zum „Opernhaus des Jahres“ gekürt. 2017 erhielt das Theater diese Auszeichnung erneut unter der Leitung von Andreas Homoki. Darüber hinaus wurde die Komische Oper 2015 mit dem prestigeträchtigen Preis „Opera Company“ bei den International Opera Awards ausgezeichnet.

Comments

...