Die Barenboim-Said-Akademie in Berlin – Eine einzigartige Synthese von Musikern

Die Barenboim-Said-Akademie ist eine der jüngsten Bildungseinrichtungen Berlins, hat sich jedoch bereits mit ihrem außergewöhnlichen Lehrplan und ihrer einzigartigen Studentenschaft einen Namen gemacht. Die Akademie wurde 1999 von dem israelischen Musiker Daniel Barenboim und dem arabischen Literaturwissenschaftler Edward Said als Fortsetzung der Idee des „West-Eastern Divan Orchestra“ gegründet. In diesem Orchester spielten junge Musiker aus Israel und Palästina zusammen. Die Gründer erkannten jedoch, dass es an der Zeit war, eine besondere Akademie ins Leben zu rufen, in der junge Talente aus dem Nahen Osten sowohl musikalisch als auch geisteswissenschaftlich ausgebildet werden. Der Unterricht begann 2016, und die Zahl der Bewerber steigt jährlich. Mehr auf berlintrend.eu.

Die außergewöhnliche Rolle der Akademie

Nachdem der weltbekannte Musiker Daniel Barenboim das „West-Eastern Divan Orchestra“ gegründet hatte, war er überzeugt, dass der Gedanke, Frieden durch Musik zu erreichen, realisierbar ist. Junge Musiker aus Palästina, Jordanien, Libanon, Syrien, Ägypten, Algerien, der Türkei, Iran und Spanien spielten auf einer Bühne komplexe Melodien und lernten, miteinander zu kommunizieren. Dieses Orchester wurde in Europa zum lebendigen Symbol für möglichen Frieden und gegenseitiges Verständnis im Nahen Osten. Barenboim war überzeugt, dass eine Musikakademie, die mehr junge Menschen aus diesen Ländern aufnimmt, noch erfolgreicher sein könnte.

Ein einzigartiges Gebäude im Herzen Berlins

Die Akademie befindet sich im historischen Zentrum Berlins in der Französischen Straße, zwischen dem Auswärtigen Amt und dem Gendarmenmarkt. Das Gebäude, das einst als Lager für Bühnenbilder der Staatsoper Unter den Linden diente, beeindruckt durch seine asymmetrische Architektur. Besonders bemerkenswert ist die Innenraumgestaltung: Ein hermetisch geschlossenes, energieeffizientes Gebäude mit hervorragender Luftqualität – ideal für Musikstudenten und Dozenten. Die Umbauten umfassten über 20 Übungsräume, Verwaltungsbüros, eine Cafeteria und einen Konzertsaal mit über 600 Plätzen.

Die Kosten betrugen über 33 Millionen Euro, finanziert durch den Bundeshaushalt und private Sponsoren. Für die Betriebskosten wurden 20 Millionen Euro aus dem Etat der Kulturstaatsministerin Monika Grütters bereitgestellt. Das Herzstück der Akademie ist jedoch der von Frank Gehry entworfene Konzertsaal, benannt nach dem Komponisten Pierre Boulez, einem engen Freund Barenboims. Experten loben die außergewöhnliche Akustik und das innovative Design dieses Saals.

Einzigartige Lehrmethoden

Barenboim setzte darauf, dass die Studenten nicht nur musikalisch, sondern auch im Alltag lernen, miteinander zu kommunizieren. Dies soll Konflikte vermeiden und Toleranz fördern, während unterschiedliche Meinungen durch die Harmonie der Musik gemildert werden. Das Modell „Lernen durch Musik“ hat sich bereits als praktisch erwiesen. Die Akademie bietet eine intensive musikalische Ausbildung mit einem Schwerpunkt auf Geisteswissenschaften.

Die Studenten studieren Philosophie, Ethik, Geschichte und Literatur und erhalten nach vier Jahren einen Bachelor-Abschluss. Die Dozenten legen Wert auf eine ganzheitliche Bildung, die künstlerische Exzellenz fördert. Damit unterscheidet sich die Barenboim-Said-Akademie von anderen Musikhochschulen, die sich vor allem auf technische Fähigkeiten konzentrieren. In ein- bis zweijährigen Programmen können Absolventen auch ein Künstlerdiplom erwerben.

Die Dozenten – renommierte Musiker und erfahrene Pädagogen – arbeiten mit Orchestern wie der Berliner Staatskapelle, den Berliner Philharmonikern und dem Bayerischen Rundfunk-Sinfonieorchester zusammen. Parallel zu ihrer Lehrtätigkeit forschen sie in den Bereichen Demokratietheorie, Postkolonialismus und Migration.

Daniel Barenboim – Der Gründer

Daniel Barenboim, ein Pianist und Dirigent von Weltrang, realisierte dieses ehrgeizige Projekt. Sein Debüt als Pianist gab er 1952 in Wien und Rom, gefolgt von erfolgreichen Auftritten in Paris, London und New York. Später widmete er sich der Arbeit als Dirigent und leitete renommierte Orchester wie die Chicago Symphony und die Berliner Staatskapelle, die ihn zum Chefdirigenten auf Lebenszeit ernannte. 2023 trat Barenboim aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand, blieb jedoch eng mit der Akademie verbunden.

Frieden durch Musik – Ist das möglich?

Daniel Barenboim ist überzeugt, dass Musik eine Schlüsselrolle bei der Lösung von Konflikten spielen kann. Er betont, dass der israelisch-palästinensische Konflikt nicht militärisch gelöst werden kann und dass junge Menschen flexibler und besser in der Lage sind, Alternativen zu finden. Dieses Engagement wird von der deutschen Regierung und Kulturinstitutionen unterstützt.

Stimmen der Studenten

Obwohl die globalen Herausforderungen 2023 auch die Akademie beeinflussten, glauben viele Studenten, dass Musik gerade in schwierigen Zeiten unverzichtbar ist. Musik verbindet Menschen und heilt seelische Wunden. Barenboim betonte, dass die Studenten trotz Meinungsverschiedenheiten immer einen Konsens finden – ein Beispiel für die transformative Kraft der Musik.

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