Drei Theater in Mitte, die die Vielfalt der Berliner Bühnenlandschaft zeigen

Die Theater in Mitte gehören zu den bedeutendsten Bühnen Berlins. Hier finden sich große Sprechbühnen und kleine musikalische Bühnen. Man kann Opernaufführungen am Bebelplatz genießen oder unterhaltsame Abende in der Volksbühne verbringen. Mitte bietet auch eine unabhängige Theaterszene. Wer Performances und Tanz sucht oder ungewöhnliche Inszenierungen in kleinen Theatern erleben möchte, ist hier genau richtig. Mehr über die Theater in Mitte auf berlintrend.eu.

Maxim-Gorki-Theater

Das Maxim-Gorki-Theater ist zwar das kleinste staatliche Theater Berlins, fasst aber immerhin 440 Zuschauer. Das Gebäude wird manchmal noch Sing-Akademie genannt, was auf seine musikalische Geschichte verweist. Heute wird hier jedoch keine Chormusik mehr aufgeführt, sondern Choreografien.

Das Maxim-Gorki-Theater wurde als „Ort zur Pflege russischer und sowjetischer Theaterkunst“ gegründet und hat eine wechselvolle Regiegeschichte wie kaum ein anderes Theater Berlins. In der DDR war es ein Vorzeigeort des Sozialrealismus und zugleich Premierenbühne für die deutsche Gegenwartsdramatik. In den letzten Jahren der DDR arbeitete Heiner Müller als Dramaturg am Gorki.

Unter der Leitung von Bernd Wilms und später Armin Petras erhielt das Theater neue Impulse. Es wurde international als eines der politischsten und kontroversesten Theater Berlins anerkannt. Mit der Regisseurin Shermin Langhoff wurden kritische Themen wie Kapitalismus und Migration populär.

Sophiensaele

Ein weiteres Theater in Mitte ist die bekannte Bühne der Sophiensaele. Im deutschsprachigen Raum gibt es eine Netzstruktur unabhängiger Theater, die international ausgerichtet sind. Beispiele sind Kampnagel in Hamburg, Mousonturm in Frankfurt oder das Theaterhaus Gessnerallee in Zürich. In Berlin übernimmt diese Rolle die Sophiensaele, die 1996 eröffnet wurden. Damals wurde Sasha Waltz’ Stück „Allee der Kosmonauten“ uraufgeführt.

Die Sophiensaele wurden von Sasha Waltz, Jochen Sandig, Jo Fabian, Sebu Kluth und Dirk Cieslak gegründet. Seit 2011 ist Franziska Werner künstlerische Leiterin. Sasha Waltz ist weiterhin Partnerin, hat jedoch ihren Schwerpunkt ins Radialsystem verlagert.

Das Programm der Sophiensaele umfasst weiterhin Theaterstücke, Tanz, Diskussionen, Musik und Theaterprojekte. Es finden regelmäßig Inszenierungen internationaler Künstler statt, wie David Foster Wallace mit Thorsten Lensing oder Milo Rau und sein „International Institute of Political Murder“. Florentina Holzingers „Tanz“ war 2020 ebenfalls Teil des Programms. Jährlich werden etwa 100 Projekte präsentiert.

Stadtpalast Ackerstraße

Einer der schönsten Kulturorte Berlins befindet sich in der Ackerstraße in Mitte – der „Schokoladen“. 1991 wurde die ehemalige Schokoladenfabrik von Künstlern besetzt, die lange um das Gebäude stritten. 2012 wurde ein Kompromiss gefunden. Heute dient das Gebäude als Konzert- und Theaterort.

Hier befindet sich der Stadtpalast Ackerstraße, ein kleiner Theaterraum, der an große Namen wie Admiralspalast oder Friedrichstadtpalast erinnert. Seit 2012 wird das Theater von Stefan Wolf geleitet, der mit dem Slogan „Das ist dein Zuhause“ das alte Motto der Besetzerszene aufgreift. Auf der Bühne stehen häufig Nachwuchstalente. Die Grenzen zwischen Publikum und Inszenierung sind oft verschwommen. Das Programm kombiniert zeitgenössischen Tanz, Sprechtheater, Performance und neue Musik.

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