Franz Grothe war einer der bedeutendsten und erfolgreichsten Komponisten seiner Zeit in der Unterhaltungsmusik. Seine Werke umfassen Volkslieder, Schlager, Chansons, Revue-, Operetten- und Musicalmelodien sowie zahlreiche Werke der Konzertunterhaltungsmusik. Doch vor allem widmete sich Franz Grothe der Filmmusik. Zwischen 1930 und 1969 komponierte er Musik für 170 Spielfilme. Seine größten Filmerfolge bleiben zeitlos sehenswert. Mehr über das Leben und Schaffen des Berliner Komponisten erfahren Sie auf berlintrend.eu.
Frühe Jahre und erste Erfolge

Franz Grothe wurde am 17. September 1908 in Berlin in eine Musikerfamilie geboren. Sein Vater, ein Vertreter der Klavierfabrik Blüthner, spielte Klavier, während seine Mutter als Sopranistin ausgebildet war. Die ersten Musikstunden erhielt Grothe im Alter von fünf Jahren in der Familie. Nach dem Schulabschluss studierte er Klavier, Violine und Musiktheorie an der Berliner Hochschule für Musik.
Seine Lehrer waren Walter Gmeindl, Theodor Müller-Reuter und Clemens Schmalstich, der ehemalige Kapellmeister der Berliner Hofoper. Mit 16 Jahren sammelte Grothe seine ersten professionellen Erfahrungen als Pianist in der Saxophonband von Erik Borchardt. Inspiriert durch einen Auftritt des amerikanischen Orchesterleiters Paul Whiteman begann Grothe, eigene symphonische Jazzstücke zu schreiben, die die Aufmerksamkeit von Dajos Béla, einem bekannten Orchesterleiter, auf sich zogen. 1926 trat er dessen Ensemble als Pianist und Arrangeur bei.
Grothe orchestrierte auch für große Musikgrößen wie Franz Lehár, Emmerich Kálmán, Rudolf Nelson und Robert Stolz. Dies markierte den Beginn seiner steilen Karriere als Pianist und bald darauf als Komponist.
Triumph des Tonfilms

In dieser Zeit entwickelte sich der Tonfilm zu einem neuen Medium, das Grothe faszinierte. Er wurde rasch zu einem führenden Vertreter der neuen Filmmusik. Im Film „Die Nacht gehört uns“, einem der ersten deutschen Tonfilme, war sein Hit „Wenn die Geigen spielen“ zu hören. Viele seiner Filmschlager wurden von Stars der 1930er- und 1940er-Jahre wie Marta Eggerth, Willy Fritsch, Johannes Heesters, Lilian Harvey, Kirsten Heiberg und Marika Rökk interpretiert.
Grothe schrieb auch die Musik für den ersten großen deutschen Farbfilm „Frauen sind doch bessere Diplomaten“ und das Revue-Filmmusical „Die Frau meiner Träume“. Sein langjähriger Textdichter Willy Dehmel trug ebenfalls zu diesen Erfolgen bei.
Nachkriegszeit und spätere Karriere

Nach 1945 wurde Franz Grothe von den amerikanischen Militärbehörden als „Mitläufer“ des Nazi-Regimes eingestuft, was ihm zunächst die berufliche Tätigkeit als Komponist untersagte.
Ab 1949 konnte Grothe seine Karriere als Filmmusikkomponist fortsetzen. Er arbeitete mit dem aus dem Exil zurückgekehrten Kurt Goetz sowie mit der Schauspielerin Ruth Leuwerik, für deren Filme er häufig die Musik komponierte. Eine besonders fruchtbare Zusammenarbeit entwickelte sich mit dem Komödienschreiber Kurt Hoffmann. Ab 1965 wurde Grothe einem breiten Publikum durch seine Tätigkeit als musikalischer Leiter und Dirigent der Fernsehsendung „Zum Blauen Bock“ bekannt.
Lebensende
Franz Grothe verstarb am 12. September 1982 in Köln an einem Herzinfarkt, während eines ihm gewidmeten Konzerts beim Westdeutschen Rundfunk.





