Die Berliner New-Wave-Band „Ideal“ – Der Weg zum Erfolg in drei Jahren

„Wir lieben Berlin“ – eine weitere Hymne auf Berlin, die zum Kanon der Stadt gehört. Verantwortlich dafür ist die New-Wave-Band Ideal, gegründet 1980 in West-Berlin. Hinter der Band stand Sängerin und Produzentin Annette Humpe, die ein Jahr zuvor zusammen mit ihrer Schwester Inga die Band Neonbabies ins Leben gerufen hatte. Mit Ernst Ulrich Deuker und Eff Jott Krüger begann sie ein neues Kapitel. Mehr über die Geschichte der Berliner Band erfahren Sie auf berlintrend.eu.

Der Beginn einer Erfolgswelle

Mit ihrem unverwechselbaren Sound wurde Ideal schnell zum festen Bestandteil der Neuen Deutschen Welle (NDW), die Anfang der 1980er Jahre ihren kommerziellen Höhepunkt erreichte. Annette Humpe (Gesang, Keyboard), Frank Jürgen „Eff Jott“ Krüger (Gitarre, Gesang), Ernst Ulrich Deuker (Bass, Gesang) und Hans Behrendt (Schlagzeug) bildeten das Kernteam. Der minimalistische, aber fesselnde Sound und die simplen, aber ausdrucksstarken Texte über Lebensgefühl prägten eine ganze Generation. Sie inspirierten viele andere Musiker mit ihrer Mischung aus Punk, New Wave und Pop.

Die Band wurde im Frühjahr 1980 um Annette Humpe gegründet. Anfangs standen drei Namen zur Auswahl: Deutsche Bundesband, Optimal und schließlich Ideal. Humpe, die in Köln Klavier und Komposition studiert hatte, zog 1974 nach Berlin und erzielte erste Erfolge mit der Band Neonbabies, in der ihre Schwester Inga spielte. Ideal übernahm einige Songs der Neonbabies, darunter den Hit „Blaue Augen“, den ersten Liebessong, den Annette Humpe schrieb.

Ein Konzert vor dem Reichstag

Das Konzert vor dem Reichstag am 30. August 1980 ebnete Ideal den Weg zum Erfolg. Als Vorgruppe von Barclay James Harvest spielten sie vor etwa 175.000 Zuschauern. Nachrichtensendungen wie Tagesschau und Heute berichteten über das Ereignis. Im selben Jahr schrieb die Band den Soundtrack zum Film Rote Liebe von Rosa von Praunheim.

Die Veröffentlichung eines Albums gestaltete sich jedoch schwierig. Musikverleger Klaus D. Müller, der die Band entdeckte, erhielt Absagen von etablierten Plattenfirmen. Schließlich wandte er sich an seinen Freund Klaus Schulze, einen Pionier der elektronischen Musik, der 1978 das Independent-Label IC mitbegründet hatte. Dort erschien im November 1980 das Debütalbum Ideal.

Hits und Abschied

Viele Songs dieses Albums, darunter „Berlin“, „Blaue Augen“ und „Rote Liebe“, wurden zu Klassikern. Das Debütalbum stieg bis Juni 1981 auf Platz 3 der deutschen Albumcharts und erhielt zunächst Gold- und später Platinstatus. Es folgten zwei weitere Studioalben: Der Ernst des Lebens erschien im Oktober 1981, erreichte Platz 4 und wurde ebenfalls mit Platin ausgezeichnet. Der Song „Eiszeit“ hielt sich 20 Wochen in den deutschen Charts und wurde der erfolgreichste Titel der Band.Am 31. März 1983 gab die Band ihre Auflösung bekannt. Die Musiker erklärten, dass Ideal von Anfang an als Projekt geplant war – eine Arbeitsgemeinschaft, die so lange bestehen sollte, wie die Unterschiede zwischen den Mitgliedern die Arbeit spannend und kreativ machten. Ihre Musik war stets das Ergebnis von vier individuellen Persönlichkeiten, die nicht auf Kompromisse, sondern auf gemeinsame musikalische Ziele setzten. Nach drei intensiven Jahren trennte sich die Band. Drei Monate später veröffentlichten sie ein Live-Album als „Souvenir und Abschiedsgruß“.

Comments

...