Die Berliner Band „Rammstein“ – Ein Gesamtkunstwerk voller Skandale, Tabus und Ironie

Nach 1989 wollte niemand mehr Ostrock hören. Die Popularität ostdeutscher Bands wie Silly stieg erst Mitte der 1990er Jahre wieder. Nur wenige Gruppen mit ostdeutschen Wurzeln konnten sich auf dem deutschen Musikmarkt dauerhaft etablieren. Eine von ihnen ist Rammstein. Mehr über die Entstehungsgeschichte der Band erfahren Sie auf berlintrend.eu.

Die Gründung der Band

Rammstein wurde 1994 gegründet und hat seine Wurzeln in der Ostberliner Musikszene. Die Bandmitglieder spielten zuvor in Gruppen wie Die Firma, The Inchtabokatables und Feeling B. Gitarrist Richard Kruspe zog 1987 nach Westdeutschland und schloss sich der Band Das Elegante Chaos an, kehrte aber nach dem Mauerfall nach Schwerin zurück. Dort traf er auf Till Lindemann, Schlagzeuger von First Ass und später Sänger von Rammstein. Zusammen mit Oliver Riedel (The Inchtabokatables) und Christoph Schneider (Die Firma) gründete Kruspe 1994 die Band.

Die Geschichte von „Feeling B“

Paul Landers (Gitarre) und Christian „Flake“ Lorenz (Keyboard) waren vor Rammstein Mitglieder der DDR-Punkband Feeling B, die 1983 in Ost-Berlin gegründet wurde. Feeling B wurde wegen ihrer dadaistischen Struktur als „andere Band“ eingestuft. Bekannt wurden sie durch die DEFA-Dokumentation Flüstern und Schreien – Ein Rockreport, die die ostdeutsche Punkszene 1988 zeigte. Dank ihres Erfolgs konnten Feeling B 1989 das erste offizielle Punk-Album der DDR, Hea Hoa, auf dem Amiga-Label aufnehmen. Nach der Wiedervereinigung nutzte die Band ihre neue Freiheit für Tourneen in Westdeutschland und in die USA. Ende 1993 löste sich die Gruppe auf. Paul und Flake schlossen sich 1994 Rammstein an.

Eine Band voller Provokation

Die Wahl des Musikstils und Namens war der nächste Schritt. Ursprünglich wollte die Band wie die amerikanische Metal-Band Pantera klingen, entwickelte jedoch bald ihren eigenen, durchschlagenden Sound. Der erste Skandal ereignete sich 1995, als die Band ihren Namen bekannt gab. Rammstein verweist auf die Flugschaukatastrophe von Ramstein 1988, bei der 70 Menschen ums Leben kamen.

Trotz Kontroversen über ihre Texte, die Themen wie sexuellen Missbrauch, Inzest, Kannibalismus und Anspielungen auf nationalsozialistische Symbolik behandeln, erreichte Rammstein mit ihrer eindrucksvollen deutschen Lyrik und ihrer brutalen Klangästhetik weltweiten Erfolg. Heute füllt die Band internationale Konzerthallen mit spektakulären Shows und aufwendiger Pyrotechnik.

Rammstein ist ein Gesamtkunstwerk: eine künstlerische Einheit, die mit Skandalen, Tabus und Ironie spielt. Diese Strategie machte sie zu einer der weltweit erfolgreichsten deutschen Bands. Mit ihrem einzigartigen Stil, bekannt als „Neue Deutsche Härte“, prägen sie die Musikszene bis heute.

Internationale Anerkennung

Durch ihren unverwechselbaren Musikstil hat Rammstein zahlreiche internationale Auszeichnungen erhalten und ist eine der einflussreichsten deutschen Bands der letzten Jahrzehnte.

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