Dominic Monaghan – Der Berliner Junge, der die Kinowelt eroberte

In der europäischen Filmszene gab es viele Berliner Schauspieler, deren Namen hell, aber nur kurz aufleuchteten: 1-2 Rollen, ein paar viel beachtete Premieren – und dann verschwanden sie wieder von den Plakaten, zufrieden mit dem kurzen Applaus des Schicksals. Manche strebten nicht nach mehr, andere wiederum wagten es nie, die Grenzen ihres gewohnten Erfolgs zu überschreiten. Einen ganz anderen Weg schlug Dominic Monaghan ein. Mehr dazu auf berlintrend.eu.

Er wurde in Berlin geboren, wuchs aber in England auf. Er suchte nicht nach Ruhm, doch das Schicksal erkannte ihn schon in jungen Jahren und führte ihn zu den großen Bühnen. Es waren die Rollen in der Trilogie „Der Herr der Ringe“ und in der Serie „Lost“, die Dominic Monaghan einem breiten Publikum bekannt machten. Seine Geschichte beweist: Hingabe an seine Sache kann großen Ruhm bringen.

Die Kraft der Kindheitsträume

Dominic wurde im Dezember 1976 in der deutschen Hauptstadt geboren, wohin sein Vater Austin Monaghan als Lehrer für englische Sprache und Literatur gekommen war, um zu arbeiten. Der Junge wuchs in einer Familie auf, in der Bücher besonders geschätzt wurden, und sein Vater weckte in ihm auch die Liebe zur Geschichte. Spaziergänge, Comics, Kinos, Musik – all das war ihm lieb und vertraut. Zusammen mit seinem Bruder eignete sich Dominic Gitarre und Keyboard an, doch eine neue Begeisterung für das Theater verdrängte die Musik. 

Besonders beeindruckten Dominic die „Star Wars“-Filme; er träumte davon, einen der Helden auf der Bühne zu spielen. Später faszinierte ihn „Der Herr der Ringe“. Er gewann sogar eine Wette gegen seinen Vater, der ihm sechs Monate Zeit gab, das Werk zu lesen, doch der Junge schaffte es in zwei Monaten. Er begann zu träumen, einen dieser Charaktere zu spielen, bekam jedoch in der Schultheatergruppe nur Rollen von Dickens-Helden und aus biblischen Geschichten. Im Jahr 1988 zog die Familie nach Manchester, wo die dynamische Jugend des zukünftigen Schauspielers begann.

Die ersten wichtigen Rollen

1994 wurde Monaghan in ein Jugendtheater aufgenommen, wo er sofort auffiel. Ein Produzent der British Broadcasting Corporation lud den jungen Mann zu Dreharbeiten für die Serie „Hettie Wainthropp Investigates“ ein. So begann eine dreijährige Bekanntschaft der Zuschauer mit der Figur des Kleinkriminellen Geoffrey. Bereits 1997 machte Monaghan in der Kinowelt mit dem Thriller „Hostile Waters“ auf sich aufmerksam, wo er neben Meistern wie Rutger Hauer und Martin Sheen arbeiten durfte. Dies wurde für den jungen Schauspieler zu einer echten Bewährungsprobe und zugleich zur ersten großen Stufe seiner zukünftigen Karriere. Später erinnerte sich Monaghan, dass er seit seiner Kindheit davon geträumt hatte, Schauspieler zu werden, dies aber erst viel später erkannte. Denn er begeisterte sich auch für Deutsch und Englisch, Geografie und Fußball, weshalb es ihm schwerfiel, seinen Weg zu wählen.

Das Epos „Der Herr der Ringe“

1999 begannen die Dreharbeiten zur Miniserie „Monsignor Renard“, in der Dominic Monaghan Étienne Pierre Rollingère spielte. Genau diese schauspielerische Arbeit erregte die Aufmerksamkeit von Peter Jackson, der Darsteller für sein zukünftiges Epos „Der Herr der Ringe“ suchte. Als Dominic erfuhr, wohin er eingeladen wurde, war er zunächst außer sich vor Freude. Doch die Freude ließ etwas nach, als er erfuhr, dass ihm keine Hauptrolle angeboten wurde. Dominic Monaghan bekam in dem Film „Der Herr der Ringe“ die Rolle des Hobbits Merry – eines Freundes von Frodo Beutlin. Bald verstand er jedoch, dass auch diese Figur riesige Möglichkeiten für das Schauspiel eröffnete. Interessanterweise konnte Dominic während der Dreharbeiten zu „Der Herr der Ringe“ sogar seine Höhenangst überwinden. Inspiriert vom Beispiel Orlando Blooms, der Bungee sprang, schloss er sich mutig an und besiegte seine eigene Akrophobie.

Später erzählte der Schauspieler, dass er bei den Dreharbeiten zu „Der Herr der Ringe“ seine besten Freunde gefunden habe, die ihm in zwei Jahren gemeinsamer Arbeit am Set näher als Brüder geworden seien. Diese Verbindung verewigten die Schauspieler sogar: Die Teilnehmer der Gemeinschaft des Rings ließen sich echte Tätowierungen in Form der Zahl „9“ stechen, stilisiert im elbischen Schriftzug. Dominic schmückte damit seine Schulter. Interessant ist, dass er der größte unter den vier Schauspielern war, die die Hobbits spielten. Die Rolle des Merry brachte Monaghan weltweiten Ruhm. Angebote von Filmstudios hagelten sofort herein, doch die jugendliche Unkenntnis der Showbiz-Welt führte zu einem Misserfolg beim nächsten Projekt. „The Purifiers“ (Die Sänger) hätte im Jahr 2004 fast seine Filmkarriere beendet, doch zum Glück geschah dies nicht. 

Die Rolle, die seine Weltanschauung veränderte

Der Misserfolg mit „The Purifiers“ wurde im selben Jahr durch den Erfolg in der Serie „Lost“ kompensiert. Die Produzenten waren von Dominics Spiel so beeindruckt, dass sie sogar beschlossen, das Konzept seiner Figur Charlie Pace zu ändern. Ursprünglich war geplant, dass es ein alternder Rockstar sein sollte, der seinen früheren Ruhm verloren hatte. Aber die Rolle wurde für einen 20-jährigen Jungen umgeschrieben, damit Charlie der Energie und dem Charisma Monaghans maximal entsprach. Auf die Frage von Journalisten, was ihn an dieser Rolle interessierte, bemerkte der Schauspieler, dass dieser Charaktertyp neu für ihn war. Etwas egoistisch, aber interessant, wurde Pace zu einer Art Herausforderung für Dominics Können. Auch weil das Verhalten des Hauptcharakters dem Leben ähnelte, das die Kunst imitierte. Dominic Monaghan hob auch die interessante kreative Arbeit mit Evangeline Lilly hervor, die Kate Austen spielte. 

Zwischen Geheimnis und Intrige

Im Jahr 2010 fand sich Dominic Monaghan am Set des Musikvideos von Eminem und Rihanna wieder, wo an dem Song „Love the Way You Lie“ gearbeitet wurde. Neben ihm sahen die Zuschauer Megan Fox – eine junge Schauspielerin, die schnell an Popularität gewann. Die Handlung des Videos, voller emotionaler Spannung und dramatischer Szenen, erregte schnell die Aufmerksamkeit der Journalisten, die Gerüchte über eine angebliche Romanze zwischen Dominic und Megan zu verbreiten begannen. Der Schauspieler wies jedoch sofort alle Vermutungen zurück und erklärte die zärtlichen Beziehungen lediglich als Arbeit vor der Kamera.

Im Übrigen ist über Dominics Privatleben wenig bekannt. Im Jahr 2005 verlobte er sich mit Evangeline Lilly, doch sie heirateten nie. Die Abwesenheit einer eigenen Familie führte zu Gerüchten. In den Jahren 2014–2015 gab es Gespräche über seine sexuelle Orientierung, die mit der Gewohnheit des Schauspielers, seine Nägel zu lackieren und Röcke zu tragen, in Verbindung gebracht wurden. Monaghan gab jedoch eine eindeutige Antwort: Er mag Frauen und hat keine romantischen Gefühle für Männer. Dennoch schadeten die Gerüchte seiner Karriere nicht. Im Jahr 2016 spielte Dominic in dem Film „Pet“ (Der Schutzbefohlene), zwei Jahre später hatte er eine Rolle im Film „Mute“ (Stumm). Und 2019 erfüllte Dominic sich schließlich seinen Traum, als er in „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“ auf den großen Leinwänden erschien. Ihm fiel die Rolle des Beaumont Kin zu.

Zwischen großer Leinwand und Naturschutz

Aber dieser Schauspieler erregte nicht nur Aufmerksamkeit, weil die Filme und Serien mit Dominic Monaghan erfolgreich waren. Seine Leidenschaften reichen weit über die Bühne und das Kino hinaus: Er kümmert sich um die Natur, pflanzt Bäume und sogar Kakteen. Anfang der 2000er Jahre kaufte er sogar einen Mangowald in Indien, um ihn für künftige Generationen zu erhalten. Monaghan erzählte, dass er sich schon als Kind für Reptilien interessierte, und diese Leidenschaft für das Exotische blieb ihm auch im Erwachsenenalter erhalten. Bei ihm zu Hause leben erstaunliche Tiere: die Gottesanbeterin „Gizmo“, die „Schwarze Witwe“-Spinne „Witchtar“ und die Albino-Schlange „Blink“. Diese ungewöhnlichen Begleiter ziehen ebenfalls die Aufmerksamkeit von Journalisten auf sich, denn sie zeugen von Dominics unverfälschtem Interesse am Leben in all seinen Erscheinungsformen und seiner Liebe zu ungewöhnlichen Tieren.

So geht Monaghan seinen Weg weiter und verbindet Kunst mit Sorge um die Welt um ihn herum. Er wählt Rollen, die inspirieren, bevorzugt interessante, oft unabhängige Projekte und beschränkt sich nicht auf Massen-Blockbuster. Und er teilt gerne seine Erfahrungen auf zahlreichen Festivals und beweist damit, dass Kreativität und Verantwortung gegenüber der Welt in Harmonie existieren können. 

Die Erinnerung und das Lachen von Dominic Monaghan

Der Weg zum Erfolg dieses Schauspielers ist erstaunlich: vom kleinen Jungen aus Berlin, der in „Star Wars“ verliebt war, zu den weltweiten Studios Hollywoods, von Fernsehserien zu großen Filmprojekten und Dokumentar-Reisen in die Wildnis. Jede Rolle, jede Szene, jeder Auftritt auf der Leinwand ist für Monaghan nicht nur Arbeit, sondern auch eine Gelegenheit, Emotionen zu teilen und den Zuschauer zu berühren.

Das Wichtigste für Dominic ist jedoch, Mensch zu bleiben. Er selbst gab zu, dass er sich wünschte, als eine Persönlichkeit in Erinnerung zu bleiben, die andere zum Lachen bringen kann. Diese Worte, einfach und zugleich tiefgründig, unterstreichen die Essenz seines Charakters – eines Künstlers, der es versteht, zu inspirieren und Spuren in den Herzen der Menschen zu hinterlassen, nicht nur durch große Rollen, sondern auch durch Aufrichtigkeit, Güte und seine unverwechselbare Menschlichkeit.

Quellen:

  1. https://24smi.org/celebrity/5252-dominik-monagan.html
  2. https://www.imdb.com/name/nm0597480/
  3. https://www.imdb.com/name/nm0597480/bio/?ref_=nm_ov_bio_sm
  4. https://ew.com/article/2007/05/18/spotlight-dominic-monaghan/
  5. https://vokrugsveta.ua/people/dominik-monagan-u-menya-zhivut-zmeya-tri-zhuka-tarantul-i-skorpion-16-09-2019

Comments

.......