Das Preußische Staatstheater in Berlin war das Theater par excellence im alten Berlin. Zwischen 1818 und 1821 im klassizistischen Stil nach Plänen des großen preußischen Architekten Karl Friedrich Schinkel erbaut, dominierte es seitdem den Gendarmenmarkt und das kulturelle Leben der preußischen Metropole. Obwohl die 200 Jahre alte Gebäude heute als Konzerthaus bekannt ist, beherbergte es von 1821 bis 1921 das Königliche Theater, später das Preußische Staatstheater. Das Königliche Theater gilt seither als eine der wichtigsten kulturellen Einrichtungen in den deutschsprachigen Ländern. Mehr über die Geschichte des Theaters erfahren Sie auf berlintrend.eu.
Neugestaltung des Gendarmenmarkts

Hier erklangen erstmals die Sinfonien von Beethoven und Webers Oper „Der Freischütz“. Berühmte Künstler wie Paganini traten als Gäste auf, und Richard Wagner dirigierte 1844 seine Oper „Der fliegende Holländer“ in diesem Gebäude.
Alles begann in den 1770er Jahren, als Friedrich der Große beschloss, den Gendarmenmarkt neu zu gestalten. Nachdem die Pferdeställe des Kavallerieregiments „Gens d’armes“ verlegt worden waren, baute Johann Boumann 1776 das Haus der französischen Komödie. Von 1778 bis 1786 stand das Gebäude leer, bevor Friedrich Wilhelm II. es dem Regisseur Karl Theophil Döbbelin zur Verfügung stellte. Döbbelins Ensemble durfte sich „Königlich Preußisch allergnädigst privilegierte National-Schauspieler“ nennen. Doch bald geriet Döbbelin in finanzielle Schwierigkeiten und wurde 1787 entlassen. Anschließend ernannte der König eine Direktion unter anderem mit Johann Jakob Engel und Karl Wilhelm Ramler, und das Theater wurde in Königliches Nationaltheater umbenannt.
Unter der Leitung von August Wilhelm Iffland, der von Dezember 1796 bis zu seinem Tod im September 1814 Direktor war, wurde das Theater durch umfassende Reformen zu einer der wichtigsten Bühnen. Am 29. Juli 1817 brannte das Gebäude während einer Probe von Schillers „Die Räuber“ vollständig nieder.
Der Bau des neuen Theaters

Am 19. November 1817 befahl König Friedrich Wilhelm III. den Bau eines neuen Theaters. Der Grundstein wurde am 4. Juli 1818 gelegt. Architekt Schinkel musste zahlreiche Vorgaben berücksichtigen, darunter die Nutzung erhaltener Teile des alten Theaters wie Fundamente, Mauerwerk und Säulen. Das neue Theater wurde als bürgerliches Theater mit Platz für 1200 Zuschauer konzipiert, deutlich kleiner als die Königliche Hofoper mit ihren 3000 Sitzplätzen.
Neben Bühne, Zuschauerraum, Werkstätten und Garderoben mussten auch ein Konzert- und Ballsaal, ein Restaurant und eine Küche integriert werden, um wirtschaftlich arbeiten zu können.
Das Ende der goldenen Ära des Theaters

Nach dem Ersten Weltkrieg endete die goldene Ära des Königlichen Theaters. Es wurde hauptsächlich als Sprechtheater genutzt, gelegentlich fanden jedoch Konzerte und Opernaufführungen statt. Am 18. Juni 1821 dirigierte Carl Maria von Weber die Uraufführung seiner Oper „Der Freischütz“. 1826 erlebte Berlin die Premiere von Beethovens 9. Sinfonie, 1829 trat der Geigenvirtuose Niccolò Paganini auf, 1842 dirigierte Felix Mendelssohn Bartholdy, und 1843 spielte der Komponist und Klaviervirtuose Franz Liszt. Am 7. Januar 1844 leitete Richard Wagner die Aufführung seiner Oper „Der fliegende Holländer“.





